Open-Access-Tage 2022 in Bern

Vom 19. bis 21. September fanden die Open-Access-Tage in Bern statt. Nachdem die Konferenz in den letzten beiden Jahren aufgrund der Covid-Pandemie nur online stattfinden konnte, trafen sich in der letzten Woche viele Kolleg:innen aus dem Open-Access-Bereich endlich wieder in Präsenz. Thema der diesjährigen Veranstaltung war „Kollaboration“.

Die Besucher:innen vor Ort erwartete ein spannendes Programm. Bereits die erste Keynote-Lecture mit dem Titel „Scholarly publishing is broken. How do we fix it?” von Claudio Aspesi legte den Finger in die Wunde und zeigte deutlich die derzeitigen Probleme des wissenschaftlichen Publizierens auf. Dabei ging er u. a. auf die übermäßigen Gewinne der kommerziellen Großverlage sowie die Rolle von Investoren in dieser Branche ein. Darüber hinaus stellte er dar, wie APC-basierte Open-Access-Modelle bestimmte Personengruppen durch zu hohe Gebühren vom wissenschaftlichen Publizieren ausschließen.

Darauf folgten weitere interessante Sessions zu diversen Themen, wie Diamond Open Access, kooperative Ansätze für die Open-Access-Transformation jenseits von DEAL und Open Access in der Forschung. Neben den Vorträgen konnten die Teilnehmenden auch Workshops besuchen, in denen praktisch an verschiedenen Themen gearbeitet wurde. So gab es zum Beispiel eine tolle Veranstaltung zum Open Library Badge sowie einen interaktiven Workshop zu Urheberrecht und Open-Access-Klauseln in Autor:innenverträgen.  

Beim Tool-Marktplatz konnten die Teilnehmenden sich über verschiedene Werkzeuge informieren, die die Arbeit im Open-Access-Alltag erleichtern. Neben dem auf diesem Blog bereits vorgestellten Tool B!son und dem Open Access Atlas wurde dort unter anderem auch der oa.finder präsentiert. 

Die Tagung endete mit der Keynote „Ups and downs of open science in a pandemic“ von Nicole Low, die eindrucksvoll die Bedeutung von Open Science in den Zeiten einer Pandemie beleuchtete.

Neben den spannenden Vorträgen sorgten auch der tolle Ausblick vom Gurten und der strahlende Sonnenschein in Bern für Begeisterung bei den Teilnehmenden.

Im nächsten Jahr laden unter dem Motto „Visionen gestalten“ die Berliner Hochschulen und das Open Access Büro Berlin vom 27.09. – 29.09.23 zu den Open-Access-Tagen in Berlin ein.

Der Lieferdienst DeepGreen

Was ist DeepGreen?

DeepGreen ist ein automatisierter Liederdienst für Open-Access-Artikel, der im Rahmen eines DFG- Projekts entwickelt wurde1.

Wie der Name bereits andeutet liegt der Fokus des Projekts auf grünem Open Access, also der Zweitveröffentlichung von Publikationen, die zuvor in einer Subskriptionszeitschrift erschienen sind. Wissenschaftliche Artikel, die aufgrund des Zweitveröffentlichungsrechts nach einer Embargofrist öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen, können im Rahmen des Projekts automatisiert in den Open Access zu überführt werden. Damit soll der Anteil an Open-Access-Veröffentlichungen in Repositorien in Deutschland gesteigert werden2.

Das Projekt startete 2016 und befindet sich derzeit nach Abschluss der technischen Entwicklung und Einbindung verschiedener Lizenzmodelle (National- und Allianzlizenzen, FID-Lizenzen, Gold OA, Transformationsverträge) bis Mai 2023 im Pilotbetrieb3.

Zwischen September 2019 und Juni 2021 wurden insgesamt 35.083 Publikationen von acht Verlagen an 66 Repositorien erfolgreich zugestellt4.

Wie funktioniert das?

Die teilnehmenden Verlage senden die Artikeldaten (Metadaten und Volltext-PDF) an die Deep-Green-Drehscheibe. Dort werden die Autor:innen anhand der Affiliationsdaten den Einrichtungen zugeordnet und es wird geprüft, welche Institutionen die Artikel erhalten sollen. Fachliche Repositorien empfangen Artikel automatisch basierend auf einer Liste ausgewählter Zeitschriften2

Wer nimmt teil?

Bei den teilnehmenden Verlagen handelt es sich um BMJ, De Gruyter, Frontiers, Future Science Group (fsg), Hogrefe, IOP, Karger, MDPI, SAGE und Wiley5.

Auf Seiten der Repositorien nehmen 71 institutionelle Repositorien und sechs Fachrpositorien teil (darunter insgesamt sieben Repositorien aus NRW)5.

Warum lohnt sich die Teilnahme?

Die automatisierte Zuordnung von Artikeln erleichtert die Arbeit der Repositorienbetreuer:innen. Publikationen der teilnehmenden Verlage, die aufgrund des Zweitveröffentlichungsrechts in einem Repositorium Open Access zur Verfügung gestellt werden dürfen, müssen nicht mehr eigens recherchiert werden. Stattdessen werden die Publikationen über die DeepGreen-Schnittstelle regelmäßig an die Einrichtungen weitergeleitet, wo sie mit Metadaten angereichert und anschließend direkt im eigenen Repositorium veröffentlicht werden können. Die teilnehmenden Einrichtungen erhöhen damit die Open-Access-Quote innerhalb ihres Publikationsoutputs2.

Während des Pilotbetriebs ist die Teilnahme an DeepGreen kostenfrei. Ein nachhaltiges Anschlussfinanzierungskonzept wird derzeit erarbeitet.

[1] https://info.oa-deepgreen.de/

[2] https://info.oa-deepgreen.de/mitmachen/#Repositorien 

[3] https://info.oa-deepgreen.de/deepgreen/#historie 

[4] Boltze, J. & Höllerl, A. DeepGreen im Pilotbetrieb. Vortrag auf der 22. DINI-Jahrestagung am 06.10.2021, Link: https://dini.de/fileadmin/jahrestagungen/Jahrestagung_2019/DeepGreen_Vortrag_DINI-Jahrestagung_2021_Boltze-Hoellerl.pdf 

[5] https://info.oa-deepgreen.de/unterstuetzer/ 

Neues aus dem Programmbereich 3

Seit dem 01.08.2022 übernimmt Dr. Nina Schönfelder das Monitoring von Publikationsvolumina und Publikationskosten für die Landesinitiative.

Dr. Nina Schönfelder ist promovierte Volkswirtin und seit 2017 an der Universitätsbibliothek Bielefeld in Open-Access-Projekten tätig. Im Allianz-Projekt „Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE“ befasste sie sich mit OA-Finanzierungs- und Geschäftsmodellen, OA-Kostenmonitoring sowie bibliometrischen Auswertungen. Im BMBF-geförderten Projekt „open-access.network“ entwickelte Sie mit Kolleg*innen das Online-Recherchetool oa.finder, dass Wissenschafter*innen hilft eine passende Zeitschrift für ihren OA-Artikel zu finden. Ergebnisse dieser Projekte sind über zahlreiche Publikationen und Vorträge auf Konferenzen in die nationale wie internationale Diskussion getragen worden.

Ein Großteil der Hochschulen sieht sich bezüglich der Ausgaben für OA-Publikationen als noch nicht umfassend auskunftsfähig, da die Kosten für das wissenschaftliche Publizieren hochschulintern noch nicht flächendeckend systematisch erfasst und automatisiert ausgewertet werden können. D. h., dass bei dem Großteil weder die finanziellen noch die bibliometrischen Daten zentral erfasst werden. 60 % der Teilnehmenden an der Befragungserhebung im Rahmen des Vorprojekts halten ein landesweites Monitoring von OA-Publikationskosten aber für förderlich.

Auch bei den Kennenlerngesprächen zum Projektstart von openaccess.nrw gaben Befragte an, dass sie von der Landesinitiative Unterstützung im Bereich des Publikationsmonitoring erwarten sowie beim Aufbau eines einrichtungsweiten Informationsbudgets, der vom Wissenschaftsrat gefordert wird.

Frau Dr. Schönfelder wird zukünftig den Mitarbeitenden der Hochschulen in NRW im Rahmen der Sprechstunden wie auch für individuelle Anfragen als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Das Serviceportfolio des Programmbereich 3 umfasst Datenanalysen z.B. in Fragen der Teilnahme an und Bewertung von OA-Transformationsverträgen, Beratung beim Aufbau eines Monitorings von OA-Publikationen und -Kosten sowie standardisierte Publikationsdaten- und Publikationskostenanalysen für die Hochschulen in NRW.

Wir freuen uns sehr, dass damit der Programmbereich 3 der Landesinitiative besetzt ist.

Wiki-Update: Factsheets zu rechtlichen Themen

Es tut sich etwas auf dem Wiki der Landesinitiative openaccess.nrw. Ab sofort findet man im Bereich Materialien Factsheets zu urheberrechtlichen Themen, die im Bibliotheksalltag relevant sein können und zu Fragestellungen, die sich Wissenschaftler:innen, sowie Nutzer:innen urheberrechtlich geschützter Werke im Allgemeinen stellen könnten.

In den letzten Tagen haben bereits Factsheets zum Zweitverwertungsrecht von wissenschaftlichen Werken und zu Nutzungsbefugnissen von Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen  ihren Weg auf das Wiki gefunden. In regelmäßigen Abständen werden weitere nachnutzbare Dokumente zu Nutzungserlaubnissen des Urheberrechtsgesetzes (UrhG), zu Lizenzen und anderen Aspekten im Zusammenhang mit Open Access-Publikationen, hinzukommen.

Es lohnt sich also, bei nächster Gelegenheit im Wiki vorbeizuschauen!

Das Team der Landesinitiative freut sich über jegliches Feedback und Anregungen für weitere interessante Themen, die nach Ansicht der am Projekt partizipierenden Hochschulen aufbereitet werden sollten.

Veranstaltungshinweis: Wissenschaft – Politik – Akteur*innen –
Die Open-Access-Transformation
nachhaltig gestalten

Die Wissenschaftspolitik spielt eine wichtige Rolle für das erfolgreiche Gelingen einer Open-Access-Transformation. Neben der Verabschiedung von Open-Access-Strategien auf Landesebene ist die Einrichtung von landesspezifischen Open-Access-Initiativen ein vielversprechender Ansatz. Diese Initiativen unterstützen die jeweilige Wissenschaftslandschaft und insbesondere die Hochschulen der Länder mit Expertise, Impulsen und Infrastrukturen. Die Vernetzungsstellen können als Intermediär zielorientiert auf agile Entwicklungen reagieren und eine Open-Access-Praxis ermöglichen, die alle Interessen ausgewogen berücksichtigt. 

Die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verfolgen gerade diesen Weg. In der Veranstaltung werden die Motivation, die Konzepte und die Aktivitäten der jeweiligen Initiativen präsentiert. Anschließend diskutieren wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Best-Practices und Desiderate vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Initiativen und der Teilnehmenden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Open Access Week 2022 am 26.10.2022 um 14:00 Uhr virtuell statt und richtet sich an alle Interessierten.

Hier können Sie sich für die Veranstaltung registrieren.  

Mirror Journals

Im Repositorium des FZ Jülich wurde kürzlich von Kolleg:innen aus den Bibliotheken des FZ Jülich, der Charité, der TU Berlin und der TU Braunschweig eine Liste von Mirror Journals veröffentlicht1,2. Diese Veröffentlichung möchten wir zum Anlass nehmen, über das Thema zu informieren und unsere eigene Einschätzung dazu abzugeben.


Was sind Mirror Journals?

Das DOAJ definiert Mirror Journals folgendermaßen3:

„A mirror journal is a fully open access version of an existing subscription journal, with the same aims and scope, peer review processes and policies and an editorial board with at least 50% of the same members. The journal may have a similar name as the subscription title, but it must have a different ISSN. DOAJ will currently accept mirror journals if they meet the usual basic criteria for inclusion.“

Die Autor:innen der o.g. Liste legten darauf aufbauend vier Kriterien für Mirror Journals fest2:

  • Das Herausgebergremium des Mirror Journals ist zu mindestens 50% identisch mit dem der entsprechenden Subskriptionszeitschrift
  • Das Mirror Journal trägt einen ähnlichen Namen wie die Subskriptionszeitschrift
  • Das Mirror Journal wird vom Verlag als solches deklariert (oder mit einem ähnlichen Begriff)
  • Ziele und Ausrichtung des Mirror Journals sind identisch mit denen der Subskriptionszeitschrift

Bereits 2014 gründete die American Mathematical Society die ersten Mirror Journals. Für die beiden Zeitschriften Proceedings of the American Mathematical Society und Transactions of the American Mathematical Society wurde jeweils ein Gold-Open-Access-Partner mit dem Zusatz „series B“ eingeführt4,5. 2018 nahm auch Elsevier Mirror Journals in sein Portfolio mit auf. Es wurden 42 Zeitschriften in verschiedenen Fachbereichen gegründet, die größtenteils durch ein X am Ende des Namens gekennzeichnet sind und über eine eigene ISSN sowie eigene Zitationsmetriken verfügen6. Das Journal of Structural Biology erhielt so zum Beispiel den Open-Access-Partner Journal of Structural Biology X7. Autor:innen können ihren Beitrag bei einer der beiden Zeitschriften einreichen und alle Artikel durchlaufen denselben Begutachtungsprozess. Bereits bei der Einreichung oder auch zu einem späteren Zeitpunkt bis kurz vor der Annahme des Artikels kann entschieden werden, ob ein Open-Access-Artikel im Mirror Journal oder ein Closed-Access-Artikel in der Subskriptionszeitschrift veröffentlicht werden soll6.

Nach eigener Aussage wurden Mirror Journals von Elsevier gegründet, um sowohl die Bedürfnisse der Forschenden als auch die Anforderungen der Forschungsförderer abzudecken6. Letztere bestehen häufig auf eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in Gold-Open-Access-Zeitschriften (s. z. B. H2020-Programm der Europäischen Kommission8). Mit den Mirror Journals soll Autor:innen die Möglichkeit gegeben werden, beim Publizieren auf etablierte Marken, Reputation und Redaktionsprozesse zuzugreifen und gleichzeitig den Anforderungen der Förderer zu entsprechen. 


Wie werden Mirror Journals eingeschätzt?

Die DFG schließt Mirror Journals in ihrem Programm „Open-Access-Publikationskosten von der Förderung aus9.

Auch die cOAlition S sieht Mirror Journals kritisch. Gemäß den Prinzipen von Plan S werden sie als hybride Zeitschriften betrachtet, da mit diesem Geschäftsmodell sowohl der lesende Zugriff auf die Subskriptionszeitschrift als auch die Open-Access-Veröffentlichung im Mirror Journal finanziert werden muss10. Bei Mirror Journals handle es sich also letzten Endes um eine andere Form des Double Dippings11

Die Landesinitiative teilt diese Einschätzung. Für Verlage bieten Mirror Journals ein attraktives Geschäftsmodell: Durch den Bezug zu bekannten, gut-etablierten Subskriptionszeitschriften wird die Gründung von Gold-Open-Access-Journals erleichtert und die mögliche Zielgruppe direkt angesprochen. So können Verlage die Förderung der Artikel durch öffentliche Geldgeber ermöglichen, ohne auf Einnahmen für Subskriptionszeitschriften verzichten zu müssen. Eine tatsächliche Open-Access-Transformation bleibt hingegen aus, solange die Subskriptionszeitschrift neben dem Mirror Journal weiterbetrieben wird.

Wir empfehlen daher, die eigenen Förderkriterien des Publikationsfonds entsprechend zu prüfen und zu entscheiden, ob Artikel aus Mirror Journals weiter gefördert werden sollen. Die Titelliste1 der Kolleg:innen des FZ Jülich, der Charité, der TU Berlin und der TU Braunschweig bietet dafür eine zuverlässige Grundlage.

[1] Barbers, Irene; Delasalle, Jenny; Elsner, Carsten; Voigt, Michaela; Stanzel, Franziska; Maly, Katja; Schmiedicke, Heidi; Lindstrot, Barbara, 2022, „Open Access Monitor: Mirror Journals“, https://doi.org/10.26165/JUELICH-DATA/JRBK07, Jülich DATA, V1

[2] Voigt, Michaela. “Spieglein, Spieglein an der Wand… Mirror Journals gezielt erkennen” Blog Der DINI AGs FIS & EPUB, 2022. https://doi.org/10.57689/dini-blog.20220815

[3] https://doaj.org/apply/guide/

[4] https://www.ams.org/publications/journals/journalsframework/bproc

[5] https://www.ams.org/publications/journals/journalsframework/btran

[6] Harrison, Peter (2019). What are mirror journals, and can they offer a new world of open access? https://www.elsevier.com/connect/what-are-mirror-journals-and-can-they-offer-a-new-world-of-open-access

[7] https://www.journals.elsevier.com/journal-of-structural-biology-x

[8] Article 29.2 of the Model Grant Agreement: https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/grants_manual/amga/h2020-amga_en.pdf#page=245

[9] https://www.dfg.de/foerderung/faq/oa_publikationskosten_faq/index.html#anker103780748 (s. “Welche Verwendungszwecke sind definitiv nicht möglich?“)

[10] https://www.coalition-s.org/addendum-to-the-coalition-s-guidance-on-the-implementation-of-plan-s/principles-and-implementation/ (Part III 1.2)

[11] Matthews, Davis (2019). Warning on ‚Mirror Journals‘. https://www.insidehighered.com/news/2019/01/24/european-commission-envoy-warns-about-mirror-journals-way-around-open-access

Aktualisierung der ORCID-FAQs

ORCID (Open Researcher and Contributor Identifier) gilt als internationaler Standard für die eindeutige und persistente Identifikation von Personen, die an Forschungs- und Publikationsprozessen beteiligt sind. Weltweit wurden bereits über 14,7 Millionen iDs vergeben (Quelle, Stand 08.08.2022). Nicht nur viele Verlage verpflichten die Autor:innen inzwischen zur Angabe einer ORCID bei der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln oder Büchern. Auch der Wissenschaftsrat rät in den Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung zur Verwendung der ORCID für die Zuordnung von Personen.

Die Implementierung von ORCID wird in Deutschland durch das von der DFG geförderte Projekt ORCID DE unterstützt.

Innerhalb dieses Projekts wurde ein ausführlicher Fragenkatalog ausgearbeitet, der hier zugänglich ist. Die Fragen reichen von den Funktionalitäten über rechtliche Aspekte und Datenschutz bis hin zur technischen Implementierung und sind damit eine sehr hilfreiche Quelle für alle, die sich im Rahmen des wissenschaftlichen Publizierens mit ORCID beschäftigen.

Predatory Publishing A-Z

Predatory Publishers – im Deutschen auch manchmal als Raubverlage bezeichnet – nutzen ein betrügerisches Geschäftsmodell: Sie bieten die Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel in ihren Zeitschriften, sogenannten Predatory Journals, gegen eine Gebühr an, ohne die übliche Qualitätskontrolle (u.a. durch Peer Review) sicherzustellen.

Eine genaue Definition solcher betrügerischen Verlage und Zeitschriften ist schwierig und es gibt keine eindeutige Checkliste, anhand der man betrügerische Absichten der Verlage nachweisen kann. Allerdings gibt es verschiedene Merkmale, die man zur Qualitätsbewertung einer Zeitschrift heranziehen kann.

Auf Twitter haben wir eine tolle Zusammenstellung solcher Merkmale von der Monash Health Library gefunden, die wir hier gerne weiterempfehlen möchten:

Ein Klick aufs Bild führt zur PDF-Datei der Monash Health Library.

Basierend darauf hat die Australische Agentur für Qualitätssicherung in der höheren Bildung ein zweites A-Z angefertigt. Die aufgeführten Elemente stimmen nur teilweise überein, sodass sich auch hier ein Blick in das Dokument lohnt.


Ergebnisse der Kennenlerngespräche

Nach dem im letzten Beitrag erwähnten Abschlussbericht des Vorprojekts folgt in dieser Woche direkt eine zweite Leseempfehlung:

Wie bereits am 18.05.2022 hier im Blog berichtet, hat die Landesinitiative openaccess.nrw Kennenlerngespräche mit den Mitarbeiter:innen aus dem Open-Access-Bereich der Hochschulbibliotheken in NRW geführt. Nachdem am 22.06.2022 das letzte Treffen stattgefunden hat, freuen wir uns, Ihnen nun eine Zusammenfassung der Gespräche zu präsentieren.

Ziele der Gespräche waren die Vorstellung der Landesinitiative, das Kennenlernen der Open-Access-Verantwortlichen an den Hochschulen sowie eine Erhebung des Status Quo der Open-Access-Services an den Hochschulen. Darüber hinaus wurden auch die Erwartungen an die Landesinitiative abgefragt.

Die Bedarfe von Seiten der Hochschulbibliotheken decken sich gut mit den Aufgaben der Landesinitiative, die in den drei Programmbereichen definiert wurden.

Wie geht es weiter?

Im Programmbereich 1 soll in einem nächsten Schritt zunächst die Kommunikationsstruktur der Landesinitiative in Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus dem Konsortium erarbeitet werden. Im Anschluss sind weitere Kennenlerngespräche mit anderen Akteur:innen aus dem Open-Access-Bereich geplant (z. B. Hochschulleitungen). Darüber hinaus werden die ersten Informations- und Austauschveranstaltungen geplant.

Im Programmbereich 2 wurde die Arbeit bereits begonnen: In einem Pilotprojekt zieht die OJS-Instanz der Universität Duisburg-Essen derzeit auf die vom hbz neu eingerichtete OJS-Landesplattform um. Weitere interessierte Einrichtungen sollen zeitnah folgen. Ein Auftakttreffen mit den an OJS interessierten Hochschulen findet im August statt.

Im Programmbereich 3 soll eine Reihe von Workshops organisiert werden, um Workflows und Standards gemeinsam zu erarbeiten und Best Practices für ein Publikationsmonitoring-System zu entwickeln.

Abschlussbericht des Vorprojekts openaccess.nrw veröffentlicht

Am 20.07.2022 wurde der Abschlussbericht des Vorprojekts openaccess.nrw veröffentlicht. Er kann hier abgerufen werden.

Das Vorprojekt wurde Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, die Voraussetzungen, Bedarfe und Umsetzungsoptionen für eine NRW-weite Servicestruktur im Bereich Open Access zu erheben. Zu den betrachteten Services gehören zum einen (technische) Infrastrukturservices, zum anderen aber auch „weiche“ Dienstleistungen, wie Information und Beratung. Die Bereitstellung einer landesweiten Servicestruktur wurde dabei nicht nur in Hinblick auf eine Bedarfsorientierung, sondern auch auf Finanzierbarkeit und Effizienz evaluiert.

Eine ausführliche Präsentation der Projektergebnisse finden Sie im Bericht.

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!