{"id":688,"date":"2022-07-20T07:18:54","date_gmt":"2022-07-20T05:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/openaccess.nrw\/?p=688"},"modified":"2025-09-17T11:22:24","modified_gmt":"2025-09-17T09:22:24","slug":"update-zu-deal","status":"archive","type":"post","link":"https:\/\/openaccess.nrw\/index.php\/update-zu-deal\/","title":{"rendered":"Update zu DEAL"},"content":{"rendered":"\n<p>2021 wurden \u00fcber 27.000 Publikationen im Rahmen der DEAL-Vertr\u00e4ge in Zeitschriften von Wiley und Springer Nature ver\u00f6ffentlicht. Mehr als 95 % der Autor:innen nutzten daf\u00fcr die Open-Access-Option, was zu einem Anstieg des OA-Anteils bei den deutschen Publikationen gef\u00fchrt hat<sup>1<\/sup>. Da der Vertrag mit Wiley zum 31.12.2022 endet und die regul\u00e4re dreij\u00e4hrige Laufzeit des Vertrags mit Springer Nature ebenfalls zum Jahresende abschlie\u00dft, verhandelt die DEAL-Gruppe nun wieder mit den Verlagen. Einen Einblick in die Verhandlungen gab es k\u00fcrzlich auf verschiedenen Wegen<sup>1,2<\/sup>, was wir zum Anlass nehmen m\u00f6chten, die derzeitigen Pl\u00e4ne zur Weiterf\u00fchrung der Vertr\u00e4ge im Folgenden zusammenzufassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wiley<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vertrag mit Wiley war urspr\u00fcnglich auf 3 Jahre angelegt, mit der Option ein weiteres, viertes Jahr unter gleichbleibenden Vertragsbedingungen anzuh\u00e4ngen. In diesem \u201eOptionsjahr 4\u201c befinden wir uns derzeit, weshalb die DEAL-Gruppe gerade mit Wiley \u00fcber eine Fortf\u00fchrung des Vertrags verhandelt. Der pr\u00e4sentierte Plan sieht vor, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verl\u00e4ngern. Daf\u00fcr soll jedoch das bisherige Bezahlungsmodell angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt zahlten die teilnehmenden Einrichtungen 112,5 % ihrer Subskriptionskosten aus dem Jahr 2017 vor Abschluss des Vertrags. Dazu kamen nach der publikationsanzahlbasierten Abrechnung (PABA) optionale Ausgleichszahlungen. Das neue Bezahlungsmodell sieht ein Prepayment von 105 % der zuletzt gezahlten Subskriptionskosten 2017 vor und w\u00fcrde damit zun\u00e4chst den Subskriptionsanteil f\u00fcr alle teilnehmenden Einrichtungen f\u00fcr das Jahr 2023 reduzieren. Im folgenden Jahr sollen die teilnehmenden Einrichtungen dann die PABA erhalten. In einem verpflichtenden Postpayment werden dann 35 % der Differenz zwischen Prepayment und PABA f\u00e4llig. Eine R\u00fcckzahlung an Einrichtungen, in denen wenig publiziert wird, soll es nicht geben. F\u00fcr Einrichtungen mit hohen Publikationszahlen sollen die Betr\u00e4ge hingegen durch die neue Regelung gedeckelt werden, da nicht die gesamte Differenz, sondern nur 35% davon gezahlt werden m\u00fcssen. Die Geb\u00fchren f\u00fcr Artikel, die unmittelbar im gold open access erscheinen (article processing charges \u2013 APC) bleiben unver\u00e4ndert. Derzeit werden zwischen 650$ und 5300$ pro Artikel f\u00e4llig (Stand: 11.07.2022). Einrichtungen, die im 5. Jahr des Wiley-Vertrags weiterhin teilnehmen m\u00f6chten, m\u00fcssen die bislang noch nicht ver\u00f6ffentlichten Teilnahmevertr\u00e4ge neu unterzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Springer Nature<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Springer Nature befinden wir uns derzeit im dritten Jahr der regul\u00e4r dreij\u00e4hrigen Laufzeit. Auch hier ist \u2013 parallel zu Wiley \u2013 laut Vertrag ein 4. Optionsjahr m\u00f6glich. Die DEAL-Gruppe verhandelt mit Springer Nature derzeit den \u00dcbergang. F\u00fcr das angestrebte 4. Jahr m\u00fcssen die Teilnahmevertr\u00e4ge nicht angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Elsevier<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund einer ausbleibenden Einigung waren die Verhandlungen mit Elsevier seit Juli 2018 ausgesetzt. Hier trifft die DEAL-Gruppe Vorbereitungen, um die Gespr\u00e4che wieder aufzunehmen. Ein Vertragsabschluss f\u00fcr 2023 wird angestrebt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Bei den beiden Informationsveranstaltungen gab es auch kritische Nachfragen zur Fortf\u00fchrung der DEAL-Vertr\u00e4ge. So wurde unter anderem das fehlende Journal Flipping angesprochen, das darauf fokussiert, die Zeitschriften als Gold-OA-Zeitschriften weiterzuf\u00fchren. Obwohl der Gesamtanteil an Open-Access-Publikationen in Deutschland seit dem Beginn von DEAL gestiegen ist, l\u00e4sst sich dies zu einem guten Teil auf hybriden Open Access, also die Ver\u00f6ffentlichung von Open-Access-Artikeln in Subskriptionszeitschriften, zur\u00fcckf\u00fchren<sup>3<\/sup>. Da ein solches System aber das sog. Double dipping unterst\u00fctzt \u2013 die doppelte Bezahlung einer Zeitschrift durch Subskriptionsgeb\u00fchr zum einen und APC f\u00fcr einzelne Open-Access-Artikel zum anderen \u2013 sollen Zeitschriften im Rahmen von DEAL auf ein reines Open-Access-Modell umgestellt werden. Bei Wiley ist der Anteil an Open-Access-Zeitschriften im Zeitraum von 2018 bis 2021 kontinuierlich von 7,9 % auf 16,1 % gestiegen. In den kommenden Monaten sollen weitere 33 Wiley-Zeitschriften in ein Open-Access-Modell \u00fcberf\u00fchrt werden<sup>4<\/sup>. Bei Springer Nature hingegen ist eine leicht gegenl\u00e4ufige Tendenz zu erkennen: der Anteil von Open-Access-Zeitschriften sank hier von 20,3 % im Jahr 2018 zu 19,6 % im Jahr 2021<sup>3<\/sup>. Um der Transformation tats\u00e4chlich gerecht zu werden, sollte das Journal Flipping ein zentraler Bestandteil zuk\u00fcnftiger Vertr\u00e4ge sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurde im Rahmen der Veranstaltungen bem\u00e4ngelt, dass es sich bei der von der DEAL-Gruppe als \u201eDeckelung\u201c bezeichneten Kostenbeschr\u00e4nkung im Rahmen des Postpayments im Wiley-Vertrag auf 35 % der Differenz zwischen Prepayment und PABA um keine wirkliche Optimierung des Modells handelt, da die erw\u00fcnschte Kostenkontrolle damit weiterhin nicht gegeben ist. Hier w\u00fcnschen sich die teilnehmenden Einrichtungen mehr Klarheit. Insbesondere in Anbetracht eines m\u00f6glichen Vertragsabschlusses mit Elsevier sei eine \u00dcbersicht \u00fcber die aufzuwendenden Kosten unabdingbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich wurde noch die Preisgestaltung der APC in Frage gestellt. Im Kreis der Teilnehmenden werden die derzeitigen Preise vor dem Hintergrund der Leistungen der Verlage als zu hoch empfunden (s. dazu auch eine Berechnung der Publikationskosten f\u00fcr wissenschaftliche Artikel, die diese Einsch\u00e4tzung best\u00e4tigt<sup>5<\/sup>). Auf die Nachfrage, ob hier k\u00fcnftig Reduzierungen zu erwarten sind, konnte die DEAL-Gruppe vor dem Hintergrund noch laufender Verhandlungen noch keine Antwort geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hier zusammengefassten Pl\u00e4ne pr\u00e4sentieren lediglich den zwischenzeitlichen Verhandlungsstand. Endg\u00fcltige Entscheidungen zu den Konditionen f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung bzw. Neuaufsetzung der Vertr\u00e4ge bleiben vorerst noch abzuwarten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>[1] Veranstaltung \u201eDEAL Update\u201c auf dem Bibliothekskongress am 31.05.2022<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Online-Veranstaltung \u201eDEAL Praxis-Workshop: DEAL an Hochschulen f\u00fcr angewandte Wissenschaften\u201c am 27.06.2022<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Mittermaier, B. (2021). Transformationsvertr\u00e4ge \u2013 Stairway to Heaven oder Highway to Hell? 027.7 Zeitschrift f\u00fcr bibliothekskultur 8(2). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.21428\/1bfadeb6.d80f0652\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/doi.org\/10.21428\/1bfadeb6.d80f0652<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[4] <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/library-info\/faq\/2023journalflips\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/library-info\/faq\/2023journalflips<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>[5] Grossmann, A. &amp; Brembs, B. (2021). Current market rates for scholarly publishing services [version 2; peer review: 2 approved]. F1000Research 2021, 10:20. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.12688\/f1000research.27468.2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/doi.org\/10.12688\/f1000research.27468.2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2021 wurden \u00fcber 27.000 Publikationen im Rahmen der DEAL-Vertr\u00e4ge in Zeitschriften von Wiley und Springer Nature ver\u00f6ffentlicht. Mehr als 95 % der Autor:innen nutzten daf\u00fcr die Open-Access-Option, was zu einem Anstieg des OA-Anteils bei den deutschen Publikationen gef\u00fchrt hat1. 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