{"id":655,"date":"2022-05-30T14:37:05","date_gmt":"2022-05-30T12:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/openaccess.nrw\/?p=655"},"modified":"2025-09-17T11:09:11","modified_gmt":"2025-09-17T09:09:11","slug":"neues-positionspapier-der-dfg-zum-wissenschaftlichen-publizieren-als-grundlage-und-gestaltungsfeld-der-wissenschaftsbewertung","status":"archive","type":"post","link":"https:\/\/openaccess.nrw\/index.php\/neues-positionspapier-der-dfg-zum-wissenschaftlichen-publizieren-als-grundlage-und-gestaltungsfeld-der-wissenschaftsbewertung\/","title":{"rendered":"Neues Positionspapier der DFG zum wissenschaftlichen Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung"},"content":{"rendered":"\n<p>Im ersten Teil des neuen Positionspapiers der DFG <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/foerderung\/grundlagen_rahmenbedingungen\/publikationswesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eWissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung\u201c<\/a> werden zun\u00e4chst die beiden Grundfunktionen des wissenschaftlichen Publizierens dargestellt: die Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung von Forschungsergebnissen sowie die Zuordnung der Ergebnisse zu einer Person (\u201eZuschreibung von Urheberschaft\u201c). Innerhalb der verschiedenen Fachdisziplinen existieren ein breites Spektrum an Publikationsformaten und -kulturen sowie verschiedene Varianten der Qualit\u00e4tspr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil des Papiers werden die derzeitigen Herausforderungen f\u00fcr das wissenschaftliche Publizieren pr\u00e4sentiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Aufgrund der kontinuierlich wachsenden Publikationszahlen <strong>sinkt die Wahrnehmbarkeit einzelner Ver\u00f6ffentlichungen<\/strong>. Recherchedatenbanken helfen zwar bei der Eingrenzung und Sortierung von Suchergebnissen, allerdings sind sie gr\u00f6\u00dftenteils noch immer auf bestimmte Publikationsformate begrenzt und liefern damit immer nur einen Ausschnitt aus der tats\u00e4chlichen Menge an Ver\u00f6ffentlichungen.<\/li><li>Ein gro\u00dfer Teil der wissenschaftlichen Publikationen weltweit konzentriert sich auf nur 5 Verlagsgruppen, die aufgrund der <strong>Monopolisierungstendenzen<\/strong> entsprechend viel Macht auf die Preispolitik und Gesch\u00e4ftsmodelle im wissenschaftlichen Publikationswesen aus\u00fcben k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus erschlie\u00dfen diese Verlage neue Gesch\u00e4ftsmodelle, z. B. im Bereich der <strong>Analyse von Daten \u00fcber Nutzer:innen<\/strong>.<\/li><li>Beim <strong>Predatory Publishing<\/strong> erm\u00f6glichen unseri\u00f6se Anbieter gegen Geb\u00fchren das Publizieren in Zeitschriften, die nicht den Mindestanspr\u00fcchen an das wissenschaftliche Publizieren entsprechen. Layout und Titel dieser Zeitschriften weisen h\u00e4ufig eine \u00c4hnlichkeit mit bekannten und renommierten Zeitschriften auf, um Forschende zu t\u00e4uschen.<\/li><li><strong>Peer Review<\/strong>, eine Qualit\u00e4tspr\u00fcfung durch Fachkolleg:innen, ist beim wissenschaftlichen Publizieren von gro\u00dfer Bedeutung. An die Gutachter:innen werden dabei immer h\u00f6here <strong>Anforderungen <\/strong>gestellt. Die steigende Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen und der zeitliche Druck von Seiten der Verlage f\u00fchren zu einer erh\u00f6hten Belastung f\u00fcr einzelne Gutachter:innen. Dar\u00fcber hinaus werden Forschungsprojekte immer komplexer und interdisziplin\u00e4rer und damit auch schwieriger zu begutachten. Vor dem Hintergrund des breiten Spektrums an Publikationsformen sollten alternative M\u00f6glichkeiten der Peer-Beteiligung und Qualit\u00e4tspr\u00fcfung entwickelt werden.<\/li><li><strong>Publikationszahlen und -metriken<\/strong> (insbesondere der Journal Impact Factor) werden h\u00e4ufig als <strong>Bewertungsgrundlage f\u00fcr wissenschaftliche Qualit\u00e4t<\/strong> herangezogen. Eine Orientierung an Metriken entspricht nicht den eigentlichen Zielen des wissenschaftlichen Publizierens, hat aber starke Auswirkungen auf das Publikationsverhalten zur Folge. Die Qualit\u00e4t einer wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung ist jedoch nicht an bestimmte Publikationsorte gebunden. Als Gegenmodell empfiehlt die DFG eine inhaltsorientierte Wissenschaftsbewertung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der dritte Teil des Positionspapiers richtet sich mit konkreten Aufgaben direkt an Wissenschaftler:innen und Geldgeber:<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaftler:innen sollten Publikationsorte nicht nach dem Renommee eines Verlags oder einer Zeitschrift ausw\u00e4hlen. Wichtiger ist hingegen, dass die relevanten Zielgruppen optimal erreicht werden. Dar\u00fcber hinaus sollten Publikationen und die dazugeh\u00f6rigen Daten m\u00f6glichst unbeschr\u00e4nkt, bevorzugt im Rahmen einer Open-Access-Publikation, mit persistenten Identifiern versehen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Forschende sollten dabei stets die Hoheit \u00fcber ihre eigenen Daten behalten. Peer Review muss als solcher sichtbar gemacht werden und neue, alternative Formen Qualit\u00e4tssicherung und Qualit\u00e4tsbewertung etabliert werden. Zuletzt fordert die DFG Wissenschaftler:innen dazu auf, die Reputation eines Forschenden innerhalb des Wissenschaftssystem nicht auf der Grundlage von bibliometrischen Indices zu bemessen. Stattdessen werden andere Bewertungsgrundlagen vorgeschlagen, wie z. B. Beitr\u00e4ge f\u00fcr die wissenschaftliche Community in Form von Leitlinien, Ausbildungsstrukturen f\u00fcr den wissenschaftlichen Nachwuchs oder der \u00dcbernahme von Verantwortung in Aufgaben in Verb\u00fcnden und Gremien.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgabe der Geldgeber ist es nach Ansicht der DFG, das Spektrum akzeptierter Publikationsformate zu erweitern. Bestimmte Publikationsformate und -orte sollten nicht nur deshalb von Forschenden bevorzugt werden, weil sie einen Vorteil bei Begutachtungen oder Evaluationen versprechen. Damit setzen die Geldgeber den Wissenschaftler:innen falsche Anreize. Anstelle sich auf standardisierte Formen oder Kennzahlen zu st\u00fctzen, sollte die Bewertung von Wissenschaft an Hand von inhaltlichen Kriterien durchgef\u00fchrt werden. Dar\u00fcber hinaus wird von den Geldgebern gefordert, auch die Rezipienten wissenschaftlicher Literatur im Blick zu behalten. Hier sieht sich die DFG als gutes Beispiel, da sie den Aufbau von Publikationsinfrastrukturen und unabh\u00e4ngigen Recherchetools f\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Teil des neuen Positionspapiers der DFG \u201eWissenschaftliches Publizieren als Grundlage und Gestaltungsfeld der Wissenschaftsbewertung\u201c werden zun\u00e4chst die beiden Grundfunktionen des wissenschaftlichen Publizierens dargestellt: die Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung von Forschungsergebnissen sowie die Zuordnung der Ergebnisse zu einer Person (\u201eZuschreibung von Urheberschaft\u201c). 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