{"id":639,"date":"2022-05-11T09:58:55","date_gmt":"2022-05-11T07:58:55","guid":{"rendered":"https:\/\/openaccess.nrw\/?p=639"},"modified":"2025-09-17T11:10:25","modified_gmt":"2025-09-17T09:10:25","slug":"zukunft-der-kostenkontrolle-beim-open-access-publizieren","status":"archive","type":"post","link":"https:\/\/openaccess.nrw\/index.php\/zukunft-der-kostenkontrolle-beim-open-access-publizieren\/","title":{"rendered":"Zukunft der Kostenkontrolle beim Open-Access-Publizieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Im ehemaligen F\u00f6rderprogramm \u201eOpen Access Publizieren\u201c der DFG (Laufzeit: 2010 bis 2020) war eine Obergrenze von 2000\u20ac f\u00fcr die F\u00f6rderung eines Artikels festgelegt<sup>1<\/sup>. Diese Preiskappung half den teilnehmenden Einrichtungen dabei, die Kosten f\u00fcr das Open-Access-Publizieren zu kontrollieren und eine Preisspirale, wie sie zuvor am Subskriptionsmarkt entstanden war, im Open-Access-Publikationsmarkt zu verhindern. Denn in vielen F\u00e4llen konnten durch individuelle Nachfragen bei Verlagen mit h\u00f6heren Artikelpreisen Preissenkungen auf unter 2000\u20ac ausgehandelt werden, um eine F\u00f6rderung der Artikel zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem neuen F\u00f6rderprogramm \u201eOpen-Access-Publikationskosten\u201c verzichtet die DFG jedoch auf diese Obergrenze<sup>2<\/sup>. Erste Verlage, wie z.B. Frontiers, haben den Einrichtungen bereits entsprechend mitgeteilt, dass sie nach dem Wegfallen der durch die DFG vorgegebenen Obergrenze zuk\u00fcnftig keine Preiskappung auf unter 2000\u20ac mehr anbieten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge dieser Entwicklung wurde im September 2021 in der Mailingliste IP-OA&nbsp;eine Diskussion dar\u00fcber angesto\u00dfen, wie Einrichtungen mit dem Wegfall dieser Preisgrenze durch die DFG umgehen. H\u00e4lt man auch ohne Vorgabe der DFG weiterhin an einer Obergrenze von 2000\u20ac zur Artikelf\u00f6rderung fest? Wird die Grenze angepasst oder eine anteilige F\u00f6rderung von Artikelgeb\u00fchren erm\u00f6glicht? Die R\u00fcckmeldungen auf die erste Anfrage zeigte ein einheitliches Bild: man werde auch zuk\u00fcnftig die Obergrenze von 2000\u20ac bei der F\u00f6rderung von Open-Access-Artikeln beibehalten. Einige Einrichtungen meldeten zur\u00fcck, anteilig auch teurere Artikel mit bis zu 2000\u20ac zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Konsequenzen haben diese Entscheidungen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Durch eine exklusive F\u00f6rderung von Artikeln, deren Geb\u00fchr unter 2000\u20ac liegt, verwehrt man evtl. Forschenden den Zugang zu OA-Optionen und l\u00e4uft Gefahr, dass sie stattdessen ihre Artikel in Closed-Access-Zeitschriften ver\u00f6ffentlichen<\/li><li>Die Einf\u00fchrung einer anteiligen F\u00f6rderung bis zu 2000\u20ac k\u00f6nnte aufgrund der geteilten Rechnungen zu erh\u00f6htem Verwaltungsaufwand f\u00fchren<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Auf die Diskussion in der Mailingliste folgte der Vorschlag eines Austauschs \u00fcber Kostenkontrolle beim Open-Access-Publizieren w\u00e4hrend der Open-Access-Tage 2021. Nach diesem ersten Treffen wurde die Fokusgruppe Kostenkontrolle im Rahmen des Projekts open-access.network gegr\u00fcndet<sup>3<\/sup>. Das erste Treffen der Gruppe, in der auch die Landesinitiative openaccess.nrw vertreten ist,&nbsp;fand am 18.11.21 mit 64 Teilnehmer:innen statt. Die Fokusgruppe bietet einen Ort f\u00fcr den Austausch \u00fcber lokale Regelungen zur F\u00f6rderung. Es wurden&nbsp;allerdings Zweifel dar\u00fcber ge\u00e4u\u00dfert, ob einzelne Einrichtungen \u00fcberhaupt Einfluss auf die Preispolitik der Verlage nehmen k\u00f6nnen, indem sie an einer Preisobergrenze festhalten. Daraus entwickelte sich der Wunsch nach einem gemeinsamen standort\u00fcbergreifenden Vorgehen. In den kommenden Monaten wird die Fokusgruppe daher ein Empfehlungspapier zur Open-Access-Kostenkontrolle erarbeiten. \u00dcber Neuigkeiten zum Thema werden wir auch hier im Blog berichten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/zenodo.org\/record\/4486411\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>https:\/\/zenodo.org\/record\/4486411<\/u><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2]&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/foerderung\/faq\/oa_publikationskosten_faq\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>https:\/\/www.dfg.de\/foerderung\/faq\/oa_publikationskosten_faq\/index.html<\/u><\/a> (s. Mitteleinsatz f\u00fcr f\u00f6rderf\u00e4hige Inhalte)<\/p>\n\n\n\n<p>[3] <a href=\"https:\/\/open-access.network\/vernetzen\/digitale-fokusgruppen\/fokusgruppe-kostenkontrolle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>https:\/\/open-access.network\/vernetzen\/digitale-fokusgruppen\/fokusgruppe-kostenkontrolle<\/u><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ehemaligen F\u00f6rderprogramm \u201eOpen Access Publizieren\u201c der DFG (Laufzeit: 2010 bis 2020) war eine Obergrenze von 2000\u20ac f\u00fcr die F\u00f6rderung eines Artikels festgelegt1. Diese Preiskappung half den teilnehmenden Einrichtungen dabei, die Kosten f\u00fcr das Open-Access-Publizieren zu kontrollieren und eine Preisspirale, wie sie zuvor am Subskriptionsmarkt entstanden war, im Open-Access-Publikationsmarkt zu verhindern. 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